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PflegearbeitenWährend früher das Hacken des Bodenbewuchses und das Herauftragen von abgeschwemmter Erde zu den Winterarbeiten gehörte, wird heute dem Rebberg seine Ruhe gegönnt. Frühestens ab Mitte Januar bis spätestens Mitte März werden dann die Reben geschnitten. Dabei geht es darum, den Stock zu pflegen und ihm die richtige Form für einen optimalen Ertrag zu geben. Optimal heisst: Ertrag, Qualität und Aufwand für die Pflege bis zur Wümet. Je nach Anlage erfolgt der Rebschnitt anders. In unserer Drahtzuganlage gehen wir wie folgt vor. Zwei der kräftigsten, nahe dem Stock stehende Ruten (Fruchtholz) werden ausgewählt und als Tragholz für dieses Jahr bestimmt. Dann werden sie auf je ca. 7 Augen zurückgeschnitten. Die Anzahl der Augen hängt von der Anzahl Stöcke je m2 ab. Je dichter bepflanzt, umso weniger Augen bleiben. Daraus bilden sich dann die Schosse, an denen dann die Trauben hängen werden. Oft wird eine Rute als Frostreserve stehen gelassen. Wenn die Eisheiligen die ausgewählten Traghölzer unbeschadet gelassen haben, werden die Frostreserven abgeschnitten. Das Tragholz wird dann am Draht befestigt, einzig die Frostreserve bleibt frei stehen. Alles übrige wird vom Rebstock abgeschnitten. Heute wird dieses Material im Rebberg belassen, sei es, dass es durch den Häcksler zerkleinert wird oder beim Schneiden gerade von Hand in kleinere Stücke zerschnitten der Natur zurück gegeben wird. Schöne lange Ruten sind zum Basteln von Kränzen beliebt, sie sind biegsam und lassen sich gut flechten. Damit erreichen wir:
Und das natürlich unter dem Oberziel, einen guten Wein produzieren zu können. Die Schneidearbeit ist keine besonders schwere Arbeit, sie wird daraum auch häufig von den Rebfrauen ausgeführt. Nötig dazu sind ein gutes Auge, um den Zustand eines Stockes abschätzen zu können und genaues Arbeiten, damit der Schnitt an der richtigen Stelle erfolgt. Als Gerät dient eine Baumschere, manchmal auch eine Astsäge um alte dicke Äste zu entfernen und Binder, um die Ruten zu befestigen. Für Grossanlagen gibt es pneumatische Scheren, welche die Hände und Unterarme der Rebleute schonen, aber durch ihre Kraft gefährlich für die Finger sind! Auch elektrische Scheren gibt es. Wo mit Traktoren gearbeitet werden kann, können auch Schneidmaschinen vorschneiden, so dass von Hand nur die Feinarbeit erfolgen muss. Der Rebschnitt hängt von viellerlei Faktoren ab. Darum gibt der Rebkommissär jedes Jahr besondere Empehlungen ab. KrankheitenIn der Winterzeit sind akute Krankheitsbilder keine Erscheinung. Dennoch bereiten sich viele Schädlinge auch in der Winterruhe auf ihre nächste Ausbreitung vor. Ob Milben, Käfer oder Pilzsporren - sie alle suchen sich ein sicheres Plätzchen, um den Winter mit seiner Kälte und Trockenheit überstehen zu können. In den Spalten der Rinde, im Boden oder in den Spitzen der Äste finden sich dann die Anlagen, welche bei einem übermässigen Druck auf die Pflanze zu Krankheit und Zerstörung führen können.
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